Italienische
Esskultur
Not
macht bekanntlich erfinderisch; und da die Italiener von Natur aus mäßig
und sparsam leben und die Qualität von Speisen und Zutaten immer
vor der Quantität rangierte, entwickelten sie sich zu Meistern
des Würzens.
Nirgendwo
sonst als in Italien findet man so viele Würzkräuter in Gebrauch:
Salbei und Basilikum, Majoran und Organo, Petersilie, Lorbeer, Knoblauch,
Zwiebeln aller Art (die Italiener unterscheiden hier sehr genau!), frischgemahlener
Pfeffer, Fenchel, Zimt und Pfefferschote.
Doch
niemals wird im Übermaß gewürzt: Auf die richtige Dosierung
kommt es an! Und auch die Zutaten müssen immer frisch und von guter
Qualität sein; noch immer zieht der Italiener den Wochenmarkt,
wo er prüfen und auswählen kann, dem Supermarkt und der Tiefkühltruhe
vor.
Die
richtigen Zutaten und die richtige Zubereitung einer Mahlzeit sind essentielle
Dinge. Daher begegnet man in Italien, ob in einem feudalen Ristorante,
einer gutbürgerlichen Trattoria oder einer kleinen Rosticceria
(wo der Wirt selbst am Holzkohlenherd steht) immer wieder laut diskutierenden
Italienern, die sich über die Zusammenstellung ihrer Mahlzeit unterhalten.
Die Stunde der Mahlzeit ist für sie alle heilig, und die Speisenfolge
hat in Italien den Stellenwert eines Rituals (Brauchs).

Reihenfolge
eines italienischen Mittag- oder Abendessens (Prazo)
1.
Antipasti:
appetitanregende Vorspeisen
2.
Primo Piatto:
Ob Pasta (Teigwaren) oder Ministrone (dicke Suppe),
das hängt von einer bestimmten Gegebenheit ab. Politische Spaltungen
in viele kleine Staaten, die Abgeschlossenheit der einzelnen italienischen
Landschaften durch die Höhenzüge des Apennin und die starke
Traditionsverbundenheit des Italieners führten dazu, daß
sich die Küchen der einzelnen italienischen Regionen sehr unterschiedlich
entwickelten. Man kann deshalb nicht von einer einheitlichen italienischen
Küche sprechen, sondern muß von den Regionalküchen ausgehen.
3.
Piatto Secondo:
- Fleisch, Fisch und Gemüse
- Dolci (Süßspeisen)